Die Elbe: Paradies für Sportbootfahrer – Teil 1: Die Niederelbe

Die Niederelbe

Die Elbe ist einer der größten Ströme Europas und hat so einiges für Bootstouren zu bieten. Sie entspringt in Tschechien und schlängelt sich dann behände Richtung Deutschland und schließlich mitten hindurch bis zur Nordsee. Grund genug, den Fluss mal genauer unter die Lupe zu nehmen und die schönsten Touren und Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Los geht es im ersten Teil im hohen Norden auf der Niederelbe.

Die Elbmündung in Cuxhafen

Die berühmte Kugelbake markiert in Cuxhafen die Mündung der Elbe in die Nordsee. Man merkt direkt: Der Wind wird noch ein wenig frischer, die See etwas rauher. Schließlich fährt man nun der Nordsee entgegen.  Hier gibt es nun mehrere Möglichkeiten: Entweder Sie legen im Hafen an und bestaunen die Alte Liebe, die seit 1733 als Wellenbrecher dient und schlendern ein wenig am Wasser entlang. Oder Sie nehmen Kurs auf Friedrichskoog und fahren die Nordseeküste entlang. So oder so: Sie werden jede Menge zu sehen bekommen und beim Anlegen vom norddeutschen Charme eingenommen werden.

Brunsbüttel und die Deiche

Etwas weiter südlich den Lauf der Elbe runter wird das Wasser ruhig, der Wind weniger schneidend und die Langschaft grün. Hier wird die Elbe auf der einen Seite von Deichen und dem Naturschutzgebiet gesäumt. Auf der anderen Seite passiert man Brunsbüttel und die dortige Mündung des Nord-Ostsee-Kanals.

Eine weitere Besonderheit: Man schippert quasi auf der Grenze zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein entlang.

Ab und an begegnet man einem der riesigen Containerschiffe, die sich entweder in Hafenanfahrt befinden, oder voll beladen wieder auf dem Rückweg Richtung Nordsee sind. Ansosnten hat man eine überaus beruhigende Aussicht auf grüne Deiche und erhascht mit etwas Glück ein paar Schafe und Wildvögel. Besonders toll: Der kleine Leuchtturm am Außendeich Nordkehdingen. Wer bis dahin noch nicht in einer ruhigen maritimen Laune war, der ist es spätestens jetzt. Da macht es auch nichts aus, wenn es mal etwas grau und verregnet ist — Versprochen!

Übrigens: Für großere Törns empfiehlt es sich, den Nord-Ostsee-Kanal zu befahren und nach Kiel überzusetzen. Wer gern noch ein wenig Action hätte: An der Ostemündung gibt es eine Wasserski-Anlage.

Schafe auf dem Deich: Flauschig aber scheu

Schafe auf dem Deich: Flauschig aber scheu

Glückstadt und die Elbinseln

Glückstadt ist gut am Hafenkopf erkennbar. Der Turm kennzeichnet die Einfahrt in den Hafen. Besonders begehrt sind die Liegeplätze hinter der Hochwassersperre, diese sind nämlich nur gut 2-3 Stunden zugänglich und dementsprechend schnell weg.  Aber keine Sorge: Auch im Außenhafen lässt es sich wunderbar anlegen und in die Stadt spazieren, die ihren Namen zurecht trägt. Ein Spaziergang entlang der von alten Herrenhäusern gesäumten Promenade macht nämlich sehr glücklich!

Wer von Glückstadt aus weiter flussabwärts fährt gelangt an die Elbinseln. Die erste Schwarztonnensand steht allerdings unter Naturschutz und darf nicht angefahren oder betreten werden. Allerdings eignet sich die Insel Pagensand durchaus für einen Spaziergang. Auch die anderen Inseln sind toll zum Anlegen geeignet und am Srand lässt sich wunderbar ein kleines Picknick veranstalten.

Haseldorfer Binnenelbe

Die Binnenelbe in der Nähe von Haseldorf erinnert auf den ersten Blick an ein Labyrinth aus versteckten Armen der Elbe. Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten, denn auch wenn alles sehr idyllisch scheint, ist die Berufsschifffahrt nicht weit weg. Bleiben Sie also wachsam. Der kleine Hafen bieten ruhige Anliegeplätze und einen tollen Blick auf die Elbe und die große Insel Pagensand. Für einen kleinen Ausflug an Lang empfiehlt sich der Obstgarten. Dort kann man frische Äpfel, Kirschen und Pflaumen direkt vom Baum naschen. Für einen längeren Aufenthalt in Haseldorf sind auch Spaziergänge durch das Elbvorland ein Tipp. Hier lassen sich prima Vögel beobachten.

Wedel und Blankenese

Weiter geht es Richtung Wedel. Hier wird die Elbe etwas schmaler und man kommt den „großen Pötten“ umso näher. Dafür herrscht hier auch etwas mehr Trubel und vor allem im Sommer sind die Strände voll mit Menschen und das Wasser mit Sportbooten. In Wedel lohnt sich ein Halt allemal, denn es gibt viel zu entdecken. Die Schiffsbegrüßungsanlage „Willkomm‘ Höft“ zum Beispiel oder auch der Hamburger Yachthafen. Dieser ist frei zugänglich und lädt zum Schiffe gucken ein. Ein paar hundert Meter weiter: Der Deich mit zahlreichen Schafen, die frei herumlaufen.

Erfrischung gefällig? In der Strandbar 28 Grad gibt es wunderbare Drinks und Urlaubsfeeling on top – perfekt für einen Sundowner.

Containerschiff auf der Elbe bei Sonnenuntergang

Containerschiff auf der Elbe bei Sonnenuntergang

Ein Stück weiter liegt das schicke Blankenese. Wer hier anlegt, zum Beispiel im Jollenhafen, wird belohnt mit tollen viktorianischen Häusern und Strand. Besonders ist auch das Blankeneser Treppenviertel, das zum Erkunden und Staunen einlädt. Denn den Namen trägt es nicht umsonst. Zahlreiche Stufen führen Hänge hinauf und verlieren sich in kleinen Gässchen. Auch ein Spaziergang an der Strandpromenade entlang bis zum Ponton-Café lohnt sich. Aber Achtung: Passiert ein Containerschiff an windigen Tagen kann es passieren, dass Sie nasse Füße bekommen. Weichen Sie also lieber rechtzeitig aus!

Ein Stück Geschichte gefällig? Das Schiffswrack der MS Uwe ist bei Ebbe zu Fuß erreichbar und durchaus einen Besuch wert. Wie mitten im Untergang ragt das Heck hervor und bietet gegen den Sonnenuntergang ein mystisches Fotomotiv.

Einziger Wermutstropfen: Der Besuch lässt sich nur schwer planen, da die Tide nicht allzu berechenbar ist. Noch mehr Wracks gewünscht? Das finnische Holzschiff Polstjernan liegt seit 1926 als Wellenbracher am Falkensteiner Ufer.

Übrigens: Auch auf dieser Höhe der Elbe gibt es jede Menge Obst, denn auf der anderen Seite (also in Niedersachsen) befindet sich das Alte Land, das für seine zahlreichen Obstbäume bekannt ist.

Hamburg – die Elbe als Pulsader der Stadt

Hamburg verbindet eine über 800 Jahre lange Hafentradition mit der Elbe. Und das merkt man! Es reicht ein Blick auf eine Karte von Hamburg, um zu sehen, dass die Stadt durchzogen ist von kleinen Flussausläufern und Fleeten. Daher besitzt Hamburg auch mehr Brücken als Venedig! Mehr als 2500 Stück sind in der ganzen Stadt verteilt.

Kurz nachdem man den Anleger Teufelsbrück passiert hat, verengt sich die Elbe nochmals. Links und Rechts lassen sich der Hafen mit den riesigen Schiffen und Kränen bestaunen sowie tolle alte (Backstein)-häuser aus der Zeit der dänischen Herrschaft über Altona, die die Elbchaussee dominieren. Wer hier mit einem Sportboot fährt, sollte allerdings wissen, dass dies nur mit dem Seeführerschein möglich ist. Zwar gilt die Elbe als Fluss, ist aber aufgrund der Tide und der Containerschifffahrt anspruchsvoller und kann  anders als die Alster – nicht mit einem Binnenführerschein befahren werden.

Das Dockland in Hamburg

Das Dockland: Das Bürogebäude von Hadi Teherani erinnert an ein Schiffsrumpf

Eine Fahrt von Teufelbrück bis in die Hafen City lohnt sich immer! Es gibt jede Menge zu bestaunen und immer wieder begegnet man der Geschichte Hamburgs, während im nächsten Moment moderne Glasbauten wie das Dockland an einem vorbeiziehen.

Stichwort Hafen City: Erkunden Sie auch unbedingt die Nebenflüsse und die Dove-Elbe mit ihren vielen kleinen Inselchen, die wie ein großer Flickenteppich anmuten.

Aber Vorsicht: Halten Sie sich unbedingt an die Verkehrsregeln! Auch wenn Sie Vorfahrt haben, lassen Sie die Schlepper und Fähren lieber passieren. Und: Halten Sie sich auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 8 km/h in der Stadt.

Gerade im Herzen Hamburgs lohnt es sich, ei wenig auf den Fleeten auf Erkundungstour zu gehen, denn die Speicherstadt hat jede Menge zu bieten und viele Touristen nehmen an den Hafenrundfahren teil.

Also worauf warten Sie noch? Auf in den hohen Norden und auf die Niederelbe mit all ihren herrlichen Facetten.

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